Rasselstein 2017

Abenteuer in der Blechfabrik

Exkursionsbericht Rasselsteinwerke, Andernach; Dezember 2017

 

Rasselstein – einer der ältesten Standorte der Stahlverarbeitung der rheinischen Kulturgegend. Bereits 1752 begann mit dem Bau der ersten Eisenhütte eine Erfolgsgeschichte, welche die Rasselsteinwerke bis heute weiterführen. Mittlerweile steht Rasselstein als Teil des TyssenKrupp Konzerns mit einer Jahresproduktion von mehr als 1,5 Mio. Tonnen Weißblech an der weltweiten Spitze der Weißblechhersteller. Möglich ist dies nur mit allerneuester Technik, die nur in den Rasselsteinwerken zu finden ist: Weißblechrollen, die mit einer Geschwindigkeit von 2000 Metern pro Minute von 3 mm auf 0,2 mm Dicke gestreckt werden, innovative Bandreservenkonstruktionen, die eine unterbrechungsfreie Bearbeitung selbst beim Wechsel der Weißblechrollen ermöglichen und Schweißgeräte, die im laufenden Betrieb 0,2 mm starke Weißblechrollen zu Endlosbändern zusammenschweißen, ohne eine erkennbare Naht zu hinterlassen. Dies alles bedingt ein reibungsloses Anlageninstandhaltungsmanagement. In Kombination mit einem effizienten Energiemanagementkonzept wird bei Rasselstein immer wieder das Optimum aus dem Werk herausgearbeitet – ein attraktives Ziel für die Masterstudierenden im Modul „Anlageninstandhaltung“, um die in der Praxis umgesetzte Theorie einmal selbst zu begutachten.

 

Mit anderen Worten: Bus mieten und ab nach Andernach an den Rhein.

 

Zuerst lernten die Studierenden in einer Präsentation die Arbeitsweise des Werks kennen und dann hieß es: Helm an und ab in die Hallen – Hallen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Im ersten Werk erwarteten uns neben einer Reinigungsanlage die stockwerkshohen Walzstraßen. Massiver Stahl und ölverschmierte Walzanlagen schienen auf Nebelschwaden von verdampfendem Kühlwasser zu schweben. Direkt nebenan entdeckt man eine futuristisch anmutende Lagerhalle mit autonomen Transportfahrzeugen, die wie von selbst den Nachglühofen be- und entluden – höher als ein Einfamilienhaus und heißer als jeder Ofen. Über unzählige erdgasbefeuerte Stabbrenner wurde hier das gewalzte Weißblech mittels Strahlungshitze nochmals aufgearbeitet. Hierzu fuhren die digitalen Lageristen die abgekühlten Rollen zu den Verzinnungsstraßen, in denen mittels elektrolytischer Verfahren das Weißblech mit einer hauchdünnen Zinnschicht überzogen wird. Diesen Prozessen ist zu verdanken, dass wir jederzeit unsere Getränke und Lebensmittel unbedenklich genießen können – aus Weißblechdosen von Rasselstein.

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